Willers, Faltings, Kürtz, Bauchrowitz
Ab Herbst 2010 wird es täglich
heißen: Schalt Dein Radio ein und Friesisch kommt 'raus. Der
Offene Kanal Schleswig Holstein (OKSH) und die Ferring Stiftung,
Alkersum auf Föhr, haben verabredet, gemeinsam für die
Produktion und Verbreitung friesischsprachiger Sendungen zu sorgen,
die dann im OK Westküste verbreitet werden. Damit diese Beiträge
auch im friesischen Sprachraum empfangen werden können, hatte
sich der OKSH im Sommer 2009 um die Nutzung der Radiofrequenz 96,7
MHz auf Föhr beworben. Die zuständige Medienanstalt Hamburg
/ Schleswig-Holstein (MA HSH) hatte im Dezember 2009 dem OKSH für
sein Konzept die Föhringer Frequenz zugewiesen. Diese
Frequenzzuweisung hat nun Bestandskraft erlangt. Der Offene Kanal und
die Ferring Stiftung stellten am 2. März 2010 ihr Konzept der
Öffentlichkeit vor.
Sendebereich OK Westküste 1. März 2010
"Seit über 25 Jahren reden wir
darüber, mehr Friesisch im Radio zu verbreiten. Toll, dass diese
Initiaitve jetzt zum Erfolg geführt hat", bemerkte
Jutta
Kürtz, Vorsitzende des OKSH-Beirats. "Der Sender ist
bestellt, jetzt laufen die Vorbereitungen an! Im Herbst, wenn der
Sender in Betrieb geht, ist Sendestart." erklärte
Peter
Willers, Leiter des OKSH.
Dr.
Wolfgang Bauchrowitz, stv. Direktor der MA HSH, zeigte sich vom
inhaltlichen Konzept des OKSH beeindruckt: „Der
Medienrat der MA HSH hat mit seinem einstimmigen Zuweisungsbeschluss
zugunsten des Offenen Kanals Schleswig-Holstein für
die kommenden zehn Jahre jetzt den Start für
das friesische Alltagsradio auf Föhr
ermöglicht. Ich
freue mich, dass die vereinbarte Kooperation von OKSH, Ferring
Stiftung und Friesenrat für
die Zukunft ein erfolgreiches Vermitteln der friesischen Kultur via
UKW-Hörfunk
erwarten lässt.“
Dr. Volkert F. Faltings, Vorsitzender des
Vorstands der Ferring Stiftung, freute sich auf das gemeinsame
Projekt. "Wir werden jetzt ein Radiostudio bei uns im Hause
bauen. Dort werden wir ab Herbst täglich eine Stunde am Morgen
Radio machen. Ich hoffe, dass wir schnell mehr produzieren können.
Und diese Sendungen werden im gesamten Sendebereich des OK Westküste,
von Meldorf bis Niebüll, zu hören sein! Wir haben dann ein
Radioangebot von Friesen für Friesen. Unter dem Arbeitstitel
friesisches Alltagsradio wollen wir Sendungen produzieren, die
auch für die interessant sind, die kein Friesisch sprechen."
Faltings bedankte sich bei all denen, die das Projekt unterstützen.
"Ohne die Unterstützung von Dr. Frederik Paulsen könnten
wir uns das Projekt nicht leisten. Der Friesenrat steuert erhebliche
Mittel für den Betrieb des Studios in Alkersum bei. Die
Staatskanzlei hat bei der Frequenzsuche, Carsten Kock bei der
Realisierung des Projekts geholfen. Der NDR hat zugesagt, Beiträge
zur Verfügung zu stellen."
Sendebereich OK Westküste ab 1. Sept. 2010
Peter Willers betonte die Bedeutung des
Projektes für die Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen.
"Zusätzlich zum Studio Alkersum werden wir Schulen im
Sendegebiet ansprechen. Schon jetzt haben wir feste Verabredungen mit
dem Gymnasium Insel Föhr und der Öömrang Skuul -
Schule auf Amrum. Dort werden wir noch dieses Jahr kleine
Außenstudios einrichten und die Lehrkräfte mit der
Radioarbeit vertraut machen. Weitere Standorte im Sendegebeit werden
folgen." Willers hofft, schon bald täglich eine Stunde aus
unterschiedlichen Schulen senden zu können.
Mit der neuen Frequenz 96,7 MHz mit dem
Standort Wyk auf Föhr werden ca 14.000 Hörerinnen und Hörer
auf Föhr, Amrum, der Südhälfte von Sylt und auf dem
Festland erreicht. Auf den bereits vom OK Westküste genutzen
Frequenzen in Garding, Heide und Husum können schon jetzt
Radio-Interessierte von Meldorf bis Husum, von St. Peter Ording bis
Süderstapel den OK Westküste mit seinen Bürgerbeiträgen
hören. Ausserdem ist der OK Westküste einschließlich
der friesischsprachigen Sendungen über seine Homepage
("okwestkueste.de") als Audiostream zu empfangen.