Lübecker Rapper-Szene sendet im OK
"Von Zeit zu Zeit muss man schon etwas bremsen, wenn die Texte zu hart werden", sagt Michael Luppatsch, der Leiter des OK Lübeck. "Da haben wir aber ein Ohr drauf und versuchen das in der Bahn zu halten, damit niemand denunziert wird."
Entstanden ist der Hip-Hop in den 80er-Jahren in den Slums Amerikas als Alternative zur handgreiflichen Gewalt. In den „battles“ bekriegen sich die Gegner mit Wortgesang und nicht mehr mit den Fäusten. Die Welle ist längst nach Deutschland übergeschwappt. Hoch im Trend ist deutschsprachiger Hip-Hop einschlägiger Interpreten von Sido bis Bushido. Bushidos persönliche Geschichte erreicht jetzt als Kinofilm junge Menschen.
Zurück in Lübeck: Sascha Gottschalk hat für den Samstag die „56boyz“ ins Studio geladen. In seiner Sendung stellt er junge Leute mit ihren Texten vor. „Sabro und Caylo, wie seid ihr dazu gekommen Rap zu machen?“, stellt er die erste Frage. Sabro ist erst kurz dabei. Gelernt hat er das Rappen von Caylo seinem Cousin. Eigentlich wollten sie einfach mal sagen, was sie so bewegt, erzählen die beiden. „Wenn andere nicht zusehen, schau hin!“ heisst die „hook“, der Refrain, im ersten Song der beiden Jungrapper Caylo und Sabro. Es geht um Gewalt in der Famile, Ausweglosigkeit, HartzIV, und trotzdem ist ihr Credo „Stell Dich den Problemen und gib nicht auf!“
Inzwischen haben sie ihren ersten Auftritt in der
„Reimbar“ im Lübecker Jugendzentrum Burgtor hinter sich. Das
Burgtor ist auch enger Kooperationspartner des
Dreamemotion-Inputradios im Offenen Kanal. Sascha Gottschalk macht
dort ein Praktikum, den Jugendgruppenleiterschein hat er kürzlich
beim CVJM gemacht und sein Ziel ist jetzt die Ausbildung zum
„sozialpädagogischen Assistenten“, vielleicht an der
Dorothea-Schlözer-Schule. So hat ihm das Engagement im Offenen
Kanal eine neue berufliche Perspektive gegeben.
Zu hören sind die Sendungen montags um 20:05 Uhr und samstags um 13:05 Uhr auf 98,8 Mhz (106,5 Mhz im Kabelnetz) und im Livestream bei okluebeck.de.







